Ein Squishy selber machen klappt mit Schwamm, Schere und Stoffmalfarbe an einem Nachmittag. Hier steht, was du brauchst, in welcher Reihenfolge du vorgehst und wo es schiefgeht.
Von Jonas Brandt · · 7 Min. Lesezeit
Wenn du einen Squishy selber machen willst, musst du keine Spezialmaterialien bestellen. Ein Haushaltsschwamm, etwas Stoff- oder Acrylfarbe und eine scharfe Schere reichen für den Einstieg. Das Ergebnis ist ein weiches Bastelstück, das du drücken und aufs Regal setzen kannst.
Wir haben getestet, wie sich selbstgebastelte Modelle gegenüber gekauften Sets schlagen. Gekaufte Squishies formen sich oft langsam zurück, die Bastelvariante federt meist schneller. Dafür bestimmst du Motiv, Größe und Farbe selbst. Der Guide geht vom Material bis zur Pflege und nennt die typischen Fehler.
Squishy selber machen: Das brauchst du
Für den Einstieg reicht die einfache Schaumstoff-Variante. Sie braucht keine Hitze, keine Gussformen und keine Chemikalien. Prüfe vor dem Start, ob du alles beisammen hast, sonst klebt dir mittendrin die Farbe an den Fingern.
Materialliste für die Schaumstoff-Variante
Haushaltsschwamm oder Schaumstoffplatte, etwa 2 bis 3 cm dick
Schere oder Cuttermesser mit frischer Klinge
Stoff- oder Acrylfarbe, dazu Pinsel
Wasserfester Filzstift für Gesicht und Details
Wattestäbchen für Wangen und kleine Flächen
Schneidunterlage und Zeitungspapier
Optional: Klarlack auf Wasserbasis zum Versiegeln
Cutter immer von dir weg führen und auf einer Unterlage schneiden. Kinder gehören bei diesem Schritt nicht ans Messer.
Welcher Schaumstoff passt wozu?
Materialvergleich für selbstgemachte Squishies
Material
Federung
Schwierigkeit
Geeignet für
Haushaltsschwamm
schnell, griffig
leicht
Einstieg, einfache Formen
Weicher Schaumstoff (Polsterschaum)
mittel bis langsam
mittel
größere Motive
Memory-Schaum
langsam
mittel
Slow-Rising-Gefühl
Papier mit Klebeband und Füllung
kaum Federung
leicht
Flachfiguren, siehe Papier-Squishy
Wer lieber ohne Schere startet, findet bei Papier-Squishys eine Variante, die nur Papier und Klebeband braucht.
Anleitung: Squishy selber machen in 7 Schritten
Die Schritte unten haben wir mit einem Kawaii-Motiv durchgespielt, einem runden Brötchen mit Gesicht. Die Reihenfolge gilt aber für fast jede einfache Form.
Motiv auf Papier vorzeichnen und als Schablone ausschneiden. Einfache Formen wie Kreis, Tropfen oder Herz klappen am besten.
Schablone auf den Schwamm legen und mit Filzstift umfahren.
Form mit der Schere ausschneiden, dabei lieber in kleinen Zügen arbeiten als in einem großen Schnitt.
Kanten leicht abrunden, indem du kleine Ecken abschneidest. Das Stück sieht so weicher aus.
Grundfarbe in dünner Schicht auftragen und gut trocknen lassen. Dicke Schichten machen den Schwamm hart.
Gesicht und Details mit Filzstift oder feinem Pinsel ergänzen, Wangen mit dem Wattestäbchen tupfen.
Optional mit Klarlack versiegeln, vollständig durchtrocknen lassen und erst dann drücken.
Ein Squishy ist selbstgemacht ein Bastelstück für Erwachsene und größere Jugendliche. Für kleine Kinder sind lose Teile und Farben ungeeignet.
Wie lange dauert das?
Rechne für ein einfaches Motiv mit etwa einer Stunde, dazu die Trocknungszeit der Farbe. Mehrfarbige Designs mit Gesicht brauchen entsprechend länger, weil jede Farbschicht trocknen muss.
Fehler beim Squishy selber machen vermeiden
Die meisten Probleme entstehen bei der Farbe und beim Material, nicht beim Zuschnitt. Diese Fehler sehen wir immer wieder.
Typische Fehler und Gegenmittel
Fehler
Folge
Besser so
Farbe zu dick aufgetragen
Schwamm wird steif, Farbe reißt
Mehrere dünne Schichten, jeweils trocknen lassen
Falsche Farbe (z. B. Wandfarbe)
Geruch, bröckelt ab
Stoff- oder Acrylfarbe nutzen
Stumpfe Schere
Ausgefranste Kanten
Frische Klinge oder scharfe Schere
Zu früh gedrückt
Farbe klebt an den Händen
Volle Trockenzeit abwarten
Zu viele Details
Motiv wirkt unruhig
Zwei bis drei Farben reichen
Der Squishy klebt hinterher
Klebrige Oberflächen entstehen meist durch nicht ganz durchgetrocknete Farbe oder Lack. Warte länger oder trage eine dünne Schicht Klarlack auf. Mehr dazu steht im Beitrag Squishy klebt.
Selber machen oder fertig kaufen?
Beides hat seinen Platz. Selbstgemacht bekommst du dein Wunschmotiv, ein gekauftes Set liefert dir mehrere Figuren auf einmal und die typisch langsame Rückformung.
Basteln gegen Kaufen
Kriterium
Selbst gemacht
Fertig gekauft
Motiv
frei wählbar
vorgegeben
Rückformung
meist schnell
oft langsam (Slow Rising)
Zeitaufwand
ein Nachmittag
sofort
Sicherheit
du kennst jedes Material
Herstellerangaben und CE-Zeichen prüfen
Haltbarkeit
Farbe kann abnutzen
meist gleichmäßiger
Für wen lohnt sich das Basteln?
Du magst Bastelprojekte und Farben.
Du willst ein bestimmtes Motiv, das es nicht zu kaufen gibt.
Du suchst ein Projekt für einen Bastelabend mit Freunden.
Du willst vorher ausprobieren, ob dir Squishies überhaupt liegen.
Squishies sind ein Thema, bei dem Behörden und Verbraucherschützer gerade genau hinsehen. Selbstgemachte Stücke umgehen manche Probleme, weil du das Material kennst, aber nicht alle.
Stiftung Warentest berichtete im September 2026, dass mehrere Squishies im europäischen Safety-Gate-Portal gelistet sind, darunter Dumpling-Modelle.
Laut Verbraucherzentrale (Oktober 2026) sind nicht alle Squishies gefährlich, die Risiken hängen vom Produkt ab.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale besteht bei gefüllten Modellen die Gefahr von Verschlucken und Platzen der Hülle, bei Erhitzung auch von Verbrennungen.
Die französische Behörde DGCCRF rief im August 2026 dazu auf, Squishy-Experimente aus Videos nicht nachzumachen, etwa Erhitzen in der Mikrowelle.
Erhitze keinen Squishy, weder gekauft noch selbstgemacht. Öffne oder zerschneide ihn auch nicht, wenn er gefüllt ist.
Checkliste vor dem Verschenken oder Benutzen
Sind alle Farben vollständig getrocknet und geruchlos?
Sitzen keine kleinen Teile lose, etwa aufgeklebte Augen?
Ist der Squishy rissfrei? Fehlerhafte Stücke aussortieren.
Bei gekauften Sets: Alter auf der Verpackung, CE-Kennzeichen und Herstelleradresse in der EU prüfen.
Selbstgebastelte Squishies mögen weder Wasser noch Hitze. Wische sie höchstens mit einem leicht feuchten Tuch ab und lass sie an der Luft trocknen.
Pflege im Überblick
Situation
Was tun
Staub und leichte Flecken
Mit trockenem Tuch abwischen
Farbe klebt
Nachtrocknen lassen oder dünn lackieren
Squishy ist nass geworden
Ausdrücken, an der Luft trocknen, nie auf die Heizung
Riss oder bröckelnde Farbe
Aussortieren und neu machen
Wie du gekaufte Modelle sauber hältst, steht im Ratgeber Squishy reinigen. Bewahre alles in einer Box auf, getrennt von Wärmequellen und Sonnenlicht.
Fertige Sets als Anschauungsmaterial
Wer vor dem Basteln einen Eindruck von Größe, Form und Griff bekommen will, kann sich ein fertiges Set ansehen. Die vier Modelle unten sind als Vergleich und Inspiration gedacht, nicht als Ersatz für die Bastelanleitung.
Die Sets mit acht Motiven zeigen, wie unterschiedlich Formen und Größen wirken können.
Der Axolotl zeigt, wie ein einzelnes Motiv mit Gesicht und Farbverlauf aussieht.
Die Angaben zur Rückformung sind Herstellerangaben und hängen vom Produkt ab.
Wie kann ich einen Squishy selber machen, ohne viel Material?
Ein Haushaltsschwamm, eine Schere, Stoffmalfarbe und ein Filzstift genügen. Du schneidest die Form aus, trägst die Farbe in dünnen Schichten auf und ergänzst das Gesicht. Wichtig ist die vollständige Trocknung vor dem ersten Drücken.
Wie lange dauert es, einen Squishy selber zu machen?
Für ein einfaches Motiv rechnest du etwa eine Stunde reine Arbeitszeit. Dazu kommt die Trockenzeit der Farben, die je nach Schichtdicke einige Stunden betragen kann. Mehrfarbige Motive brauchen länger.
Welche Farbe eignet sich für selbstgemachte Squishies?
Stoff- oder Acrylfarbe in dünnen Schichten funktioniert am besten. Wandfarbe und stark riechende Lacke solltest du meiden, weil sie den Schwamm hart machen und Geruch hinterlassen können.
Ist ein selbstgemachter Squishy sicherer als ein gekaufter?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Du kennst bei der Eigenbau-Variante jedes Material, hast aber kein CE-Kennzeichen. Laut Verbraucherzentrale hängen die Risiken bei gekauften Modellen vom Produkt ab. Für Kinder unter drei Jahren sind beide ungeeignet.
Darf ich einen Squishy erhitzen, damit er weicher wird?
Nein. Behörden wie die DGCCRF und die Verbraucherzentrale warnen davor, Squishies zu erhitzen, etwa in der Mikrowelle. Nach Angaben der Verbraucherzentrale können Verbrennungen entstehen, weil Füllungen an der Haut haften. Auch gebastelte Stücke gehören nie auf Heizung oder Herd.
Warum klebt mein selbstgemachter Squishy?
Meist ist die Farbe oder der Lack nicht durchgetrocknet oder die Schicht war zu dick. Gib dem Stück mehr Zeit und trage Farben künftig dünner auf. Eine dünne Versiegelung auf Wasserbasis kann die Oberfläche beruhigen.
Unsere Auswahl
Set mit Food-Motiven
AQDJWHM
AQDJWHM Squishy Fun Box Set mit 8 Teilen
Langsam rückstellendPU-Schaum
Angegebene Maße
20 cm
Material
PU-Schaum
Acht Teile mit Käse, Brot, Apfel, Erdbeere und Kristallwürfeln. Praktisch als Formen- und Farbvorlage.
Vor- und Nachteile ansehenDas gefällt
Abwechslungsreiche Texturen und Motive
Stabile Box zur Aufbewahrung
Das stört
Rückformung ist nur vom Hersteller angegeben
Für wen Wer sich Inspiration für Food-Motive holen will.